Mannschaftskampf Elmshorner SC
Jugendlandesliga 3. Runde, Saison 2003 / 2004
Am dritten Spieltag dieser Saison stand für unsere erste Jugendmannschaft nun endlich
ein Heimspiel an und zwar gegen Elmshorn, die im letzten Jahr in der JLL immerhin bis
zum Schluss um den Aufstieg in die Jugendbundesliga gespielt hatten und diese Saison
noch ungeschlagen nach Norderstedt kamen. Dies sollte sich selbstverständlich ändern,
denn nominell waren wir auch den Elmshorner deutlich überlegen, wie jeder anderen
Mannschaft in der Jugendlandesliga. Also gingen wir guter Dinge in den Mannschaftskampf.
Um 10.00 Uhr war der Klubraum 212 im Rathaus für den Kampf hergerichtet und alle unsere Spieler anwesend,
namentlich: Sebastian, Reza, Julian; Mario, Tilman und Hormoz, also Bestbesetzung. Der Gegner allerdings
war noch nicht komplett, waren um 10 Uhr lediglich zwei Spieler vor Ort. Erst um 10.20 Uhr trafen zwei
weitere Spieler ein und es wurde klar, dass Elmshorn nur zu viert antreten würde. Spätestens in diesem
Moment dachte wohl jeder von uns, dass einem dritten 6:0 nichts im Weg stehen würde, aber weit gefehlt ... .
Tilman und Hormoz waren diejenigen, die kampflos gewannen und daraufhin im Nebenraum blitzten. Nach
einer Stunde hatte Mario, der Besuch aus Berlin mitgebracht hatte, von hier aus noch einmal liebe
Grüße, Cynthia Falke bereits geschlagen - ohne nennenswerte Probleme. Er hatte sie im Spanier einfach
überspielt, die Berliner Verteidigung hatte nicht stand halten können. Es stand also nach einer Stunde
bereits 3:0, doch von nun an, wendete sich alles gegen uns.
Gegen 12.30 Uhr bekamen wir dann noch Unterstützung von Andreas Kohtz, unserem ehemaligen langjährigen
Jugendwart, Trainer und Kumpel. Schön, dass du vorbeigeschaut hast, Andy!
Julian, der am dritten Brett gegen Isaak Falke spielte, war arg sorglos an die Partie herangegangen und
stand schon nach 2 Stunden schlechter. Man konnte bereits absehen, dass es für ihn ganz schwierig werden
würde, aber wir dachten uns noch nichts böses, da die spielerische Klasse Julians auf jeden Fall deutlich
überlegen war. Reza und ich standen zu dem Zeitpunkt beide sehr ordentlich, auch wenn ich bereits zwei
Gewinne ausgelassen hatte. Der Kampf schien also bereits gewonnen, er schien aber nur gewonnen.
Denn kurze Zeit später musste Julian die Segel streichen. Er konnte Isaaks Angriff einfach nicht widerstehen
und gratulierte seinem Gegner zum Gewinn. Er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er seinen Gegner
unterschätzt und viel zu oberflächlich gespielt hat. Unsere 6:0 Serie war vorbei.
Reza und ich dachten uns dabei noch nichts, waren unsere Stellungen doch solide. Nach knapp 4 Stunden aber
schaute ich auf Rezas Brett und das Blatt hatte sich total gewendet. Reza stand plötzlich auf Verlust. Ich
weiß nicht wirklich, was vorgefallen war, aber die Stellung war nicht mehr zu retten, der Verlust der Partie
unvermeidlich, sodass er Torben Köhnke zum Sieg gratulieren musste. Es stand also plötzlich 3:2 und alles
kam auf meine Partie an.
Ich realisierte aber immer noch nicht wirklich den Ernst der Dinge und scherte mich wenig darum, dass ein
halber Punkt zum Sieg des Kampfes genügen würde, wollte ich doch unbedingt gegen einen Gegner mit 300 Punkten
weniger gewinnen und das war der Fehler.
Meine Stellung war klar besser, ich hatte einen Bauern mehr und Angriff, wobei nur noch jeweils eine Dame und
ein ungleichfarbiger Läufer auf dem Feld waren. Ich hätte jederzeit die Damen tauschen und das remise Läuferendspiel
nehmen können, aber ich wollte mehr. Dabei riskierte ich allerdings nicht sehr viel, da ich schon wusste, dass ich
nicht verlieren darf. Also schoben Patrick Günther und ich 20 Züge lang unsere Figuren hin und her, wobei ich immer
unkonzentrierter wurde.
Dann passierte das, was passieren musste und woran ich selber Schuld habe, weiß ich doch, dass ich momentan nicht
mein bestes Schach spiele und teils einfache Sachen übersehe. So stellte ich einzügig meinen Läufer ein und verlor
dadurch die Partie. Der Mannschaftskampf endete demnach 3:3, was ich auf meine Kappe nehmen muss, hätte ich als
Mannschaftsführer doch Vorbild sein und ins Remis einwilligen sollen, auch wenn ich dadurch ein paar DWZs verloren
hätte, was aber in einem Mannschaftskampf nicht der Maßstab sein darf.
3:3 gegen vier Elmshorner, eine Katastrophe auf dem Weg zum Aufstieg. Ein Ergebnis, das wir selber zu verantworten
haben, traten wir viel zu arrogant und selbstgefällig auf und dachten anscheinend, dass alleine unser DWZ- Vorteil
die Partien gewinnen würden. Dem ist allerdings, wie man feststellen konnte, nicht so. Wenn man etwas positives aus
dem Kampf ziehen kann, dann ist es bestimmt, dass wir gesehen haben, was passieren kann, wenn man nicht konzentriert
in einen Mannschaftskampf geht. Wir sind also gewarnt und das zu einem frühen Zeitpunkt dieser Saison, so müssen wir
unsere Aufstiegshoffnungen keineswegs begraben, bleiben wir doch trotz dieses Ergebnisses Tabellenführer, da auch Lübeck
patzte. Noch einmal, und das wissen hoffentlich alle, darf so etwas allerdings nicht passieren, sonst war es das mit
dem Aufstieg. Dieser Kampf sollte uns eine Lehre sein.
Jetzt müssen wir beweisen, was wir wirklich können und nicht nur immer denken, wie toll wir doch sind.
Die Einzelergebnisse im Überblick:
| SK Norderstedt I |
- |
Elmshorner SC |
| Sebastian Prosch |
- |
Patrick Günther |
0:1 |
| Reza Kiani Anaraki |
- |
Torben Köhnke |
0:1 |
| Julian Rindler |
- |
Isaak Falke |
0:1 |
| Mario Soberski |
- |
Cythia Falke |
1:0 |
| Tilman Reinelt |
- |
Lennart Steffin |
+:- |
| Hormoz Fachri |
- |
Hendrik Wetzke |
+:- |
Also: Klappe halten, Mund abwischen, Weiter machen.
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